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Ovečka, o.p.s.
OVEČKA, o.p.s.
Down Syndrom
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Für unsere Kinder ist es eindeutig am besten, wenn sie am Alltag ihrer Eltern teilnehmen können. Das heißt zum Besuch, auf den Spielplatz, ins Theater, ins Schwimmbad, zum Einkaufen, in den Urlaub etc. mitgenommen zu werden. Kurz und gut ein ganz gewöhnliches Leben zu leben. Unsere Kinder lernen vor allem durch Vorbilder, so dass es nicht wünschenswert wäre, sie von ihrer Umgebung zu isolieren. Die Generation unserer Kinder ist wahrscheinlich die, die den Weg den nächsten Generationen erst ebnet. Menschen reagieren meistens verlegen auf die Tatsache, dass ihre Freunde ein Kind mit Down-Syndrom bekommen haben. Es ist wichtig auch ihnen zu helfen: Unsere Freunde werden erleichtert sein, wenn wir mit ihnen offen über alles sprechen, was Down-Syndrom mit sich bringt. Niemand erwartet von ihnen, dass sie einen falsch bemitleiden oder so tun, als ob nichts passiert wäre. Es ist jedoch was passiert: Unser Junge oder Mädchen werden viel Liebe und Unterstützung brauchen. Aber das ist doch selbstverständlich! Nicht so sehr dafür Fleiß, Geduld und Konsequenz in der Erziehung, denn wir alle „gönnen uns gern Ruhe“ und lassen die Zeit davonlaufen. In unserem Fall geht das allerdings nicht, oder nur selten. Kinder mit Down-Syndrom müssen – wie alle anderen Kinder auch – die Zeit, die ihnen von der Geburt bis zur Einschulung zur Verfügung steht, maximal effektiv ausnutzen. So kommt es, dass Mütter von Kindern mit Down-Syndrom sowohl eine sichere und liebende Zuflucht als auch Vollzeitlehrerin für ihr Kind sind. Wenn das Kind aber später Zählen und Lesen beherrscht, hilfsbereit und einfühlsam ist, seinen festen Platz in der Familie hat, Böses und Gutes unterscheiden kann, dann ist der große Stolz auf es voll angebracht.

*Schulintegration

Es sollte selbstverständlich sein, dass unser Kind einen Regelkindergarten besucht. Wenn es von zu Hause aus daran gewöhnt ist auf jemanden zu hören, sollte eine Integration auch ohne einen Assistenten möglich sein. Ein paar solche Beispiele findet man auch unter unseren Kindern. Erfahrungen zeigen allerdings, dass nicht jeder Kindergartendirektor/in den Mut dazu haben und lieber ein Kind mit einem Assistenten aufnehmen. Jedenfalls ist der Besuch eines Regelkindergartens für ein Kind mit Down-Syndrom von entscheidender und prägender Bedeutung.

Gegenüber dem Stand vor 1989 haben die Eltern heutzutage die Möglichkeit zwischen dem Besuch einer Regelgrundschule oder dem Besuch einer speziellen Schuleinrichtung zu wählen. Es stimmt, dass Pädagogen und Schuldirektoren immer noch Bedenken in Bezug auf die Integration der Kinder mit Down-Syndrom in eine Regelgrundschule haben. Deswegen ist es wichtig schon lange vor der Aufnahme einen geeigneten Kindergarten zu suchen. Über die Aufnahme entscheidet der Psychologe eines speziellen pädagogischen Zentrums (weiter nur SPZ) oder pädagogisch-psychologischer Beratungsstellen (weiter nur PPB). Kinder mit Down-Syndrom werden in der Regelschule üblicherweise nach einem individuellen Bildungsplan unterrichtet, dem Lehrer steht meistens ein pädagogischer Assistent zur Seite (er folgt den Hinweisen des Lehrers und arbeitet auch mit den übrigen Schülern) oder das Kind hat für sich allein seinen persönlichen Assistenten. Die Schule arbeitet mit dem SPZ oder der PPB, die das Kind betreuen. Beim Ausarbeiten des Lehrplans ist die Zusammenarbeit zwischen dem Lehrer, dem Assistenten, den Eltern und dem SPZ notwendig. Der Plan ist während des gesamten Schuljahres variabel.

Kinder mit Down-Syndrom verfügen über große soziale Fähigkeiten und in einem Regelkindergarten lernen sie Verhaltensmuster kennen, die sie anderswo nicht erlernen könnten. Als Vorbereitung auf das spätere Leben ist Bildung unter nichtbehinderten Gleichaltrigen für unsere Kinder ideal und unersetzbar. Das ist der Hauptgrund, warum sich immer mehr Eltern um die Aufnahme ihres Kindes mit Down-Syndrom in eine Regelgrundschule bemühen.

Eine andere Möglichkeit stellt eine spezielle Schule dar, wo das Kind den Lehrplänen einer Sonder- oder Förderschule folgt. Hier können auch Rehabilitationsklassen für schwer geistig behinderte Kinder errichtet werden. Der Vorteil dieser Einrichtungen besteht in einer kleineren Kindergruppe, einem anschaulichen Unterricht und einem langsameren Vorgehen, theoretisch sollten die Schulen gut mit didaktischen Hilfsmitteln ausgestattet sein.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Für Kinder mit Down-Syndrom ist es ideal mit ihren nicht behinderten Gleichaltrigen zusammen zu sein und zwar ÜBERALL, WO ES NUR MÖGLICH IST.

Schulen unterscheiden sich, so wie Menschen. Es kommt vor allem auf die konkreten Schuldirektoren und Pädagogen an, ihren Mut und Bereitschaft, eine gewisse Anstrengung auf sich zu nehmen und bei der Erziehung und Unterricht eines Kindes mit abweichenden Bedürfnissen kreativ zu sein. Die Möglichkeit ein Kind mit Down-Syndrom in eine Regelgrundschule zu integrieren gibt es nicht in jeder Stadt, es bleibt zu hoffen, dass es nur VORERST gilt. Manche Eltern müssen in dem Fall in eine fernliegende Stadt pendeln. Für unsere Kinder ist es von größter Bedeutung, dass sie in einem Kollektiv leben, das sie annimmt und respektiert. Demnach suchen Eltern nicht nur eine geeignete Schule, sondern vor allem einen geeigneten Lehrer. Der kann sowohl in einer Regelgrundschule als auch in einer speziellen Schule arbeiten. Es ist die pädagogische Persönlichkeit, die es fertigbringt, den Kindern ein anregendes Umfeld zu schaffen und ihnen die nötigen Fertigkeiten und Kenntnisse am besten zu übermitteln.

Die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und dem Lehrer sollte genauso selbstverständlich sein, wie eine Zusammenarbeit zwischen den Eltern und einem betreuenden Arzt. Nicht jeder wurde als Lehrer geboren und die Eltern sollten sich deshalb von einem erfahrenen Pädagogen helfen lassen.
Integration in der Schule und in der Gesellschaft